Es war einmal...

Am Anfang stand eine Einladung zum Schweinsbraten, und dass so etwas Musiker von nah und fern in eine Chiemgauer Küche zu locken vermag, ist ja kein Wunder.

Vom Manu gefertigt und gegen Mitternacht in Grassau eingenommen, war und ist er Motivationsschub bis heute, auch wenn Hans immer wieder darauf hinweist, daß jeder Festivalsommer vor allem aus einem, nämlich „so vui Grillfleisch“ besteht.

Und weil eine gute Mahlzeit nun mal beflügelt, haben sich Sepp, Hans, Yossi und Manu, die sich zum Teil an jenem Februarabend 2007 das erste Mal zu Gesicht bekommen haben, bereits Stunden später zum Leidwesen der Nachbarn zu einer Jamsession und zwei Tage später zum ersten Konzert von LaBrassBanda entschlossen, und zwar in der Rosenheimer Hammerhalle, wo es zwar statt Schweinsbraten nur Fingerfood aber dafür begeisterte Zuhörer gab.

Manifestiert hat sich an diesem ersten Auftritt schon das erste Gebot der Band:
´Ned zvui ausmachn, und wenn doch, dann mach mas spontan anders!´
Von den „geprobten“ ersten Liedern haben wir so gut wie keins gespielt, und von den dort gespielten Liedern danach wahrscheinlich auch keins mehr, und so kann man grundsätzlich sagen, dass wenn unser Publikum sich nicht so genau an unsere Lieder und Texte erinnern würde, hätten wir - und besonders der Sepp - sie wahrscheinlich schon längst vergessen.

Weitere Auftritte, diesmal etwas besser vorbereitet, ergaben sich vor allem durch DJ N-Dee von International Bohemia, der mit dem Sepp damals schon durch die Clubs getigert war. So schickte er uns nach einigen harten Festungsnächten in Traunstein schliesslich nach London, wo Hans nicht mitkonnte und deshalb Olli nach Jahren am Mischpult wieder zum E-Bass griff!

Direkt danach ging es nach Bosnien, wo wir in Gorazde konzertierten und anschliessend Kroatien und Italien bespielten. Bis dahin waren wir meist nur zu viert unterwegs, am Bass entweder Olli oder Hans, der aber dann im Orchester auf Altersteilzeit ging und endlich mehr Zeit hatte. Und so entwickelte sich die gedoppelte Bass Fraktion, quasi der einzig wahre „Double Bass“.

Über viele liebe Kontakte konnten wir uns dann spiel- und grillfleischtechnisch über den Festivalsommer retten, bis im Herbst schliesslich die Einladung zum Bavarian Open in München kam und uns schnurstracks aus der Chiemseer Gemütlichkeit riss. Agentur, Plattenvertrag – alles ging furchtbar schnell. Und so setzten wir uns auf alte Mopeds und luden die Instrumente auf einen 1953er Eicher Bulldog und fuhren in acht Tagen zum Deutschland-Österreich-Spiel nach Wien. Weil wir den Bulldog aber wieder beim Opa vom Keller Steff abgeben mussten, brauchten wir bald eine Alternative zu Sepps Passat, der zu klein wurde für Touren nach Berlin, Moskau, Sibirien, Frankreich, Afrika und Kirchanschöring.

Deshalb gabs im Sommer 2008 ein Feuerwehrauto, das gross und bequem, aber im Gegensatz zu unserem Spieltempo sehr langsam ist. Das tut gut! Und so hat sich zwar viel geändert, aber auch viel ist so geblieben, wies am Anfang war:
Treffen tun wir uns am liebsten immer noch beim Schweinsbraten, und im Sommer gibt´s „so vui Grillfleisch“!